In über 26 Jahren Tätigkeit im Bauwesen haben wir uns davon überzeugt:
Die Qualität eines Objekts ist immer das Ergebnis einer Formel und kein Zufall.
Es geht um theoretisches Wissen und systematische Arbeit bei der Organisation des Baus, der Schulung des Teams und der Kontrolle jeder einzelnen Phase.
In diesem Artikel möchte ich einige meiner Beobachtungen zu fünf systematischen Fehlern teilen, die im Bauwesen immer wieder begangen werden. Und jeder davon ist nicht nur ein technischer Aspekt, sondern eine Quelle realer Verluste und Probleme.
1. Vernachlässigung der Vorbereitung des Fundaments
So sieht die von mir entwickelte Qualitätsformel aus:
Formel für 100 % Qualität =
Aus dieser Formel folgt: Egal, wie teuer und zuverlässig das Material ist – wenn man die Vorbereitung des Untergrunds vernachlässigt, kann man das erwartete Ergebnis vergessen.
Und leider wird gerade in dieser Phase beim Bauen am häufigsten gespart und gehetzt.
Die Vorbereitung des Untergrunds ist der Ausgangspunkt für Qualität.
Es ist eine Arbeit, die „nicht sichtbar“ ist, aber genau sie bestimmt,
wie gut das Material haftet und wie langlebig das Ergebnis sein wird.
Die meisten Bauprojekte schenken dieser Phase nicht genügend Aufmerksamkeit.Das Ergebnis: Ablösen des Materials und Nachbesserungen.
2. Geringschätzung von Beton
Auf Baustellen sehe ich immer wieder, dass Beton und sein Einbringen als etwas Nebensächliches betrachtet werden, das man schnell hinter sich bringen muss.
In Wirklichkeit ist Beton ein edles Material.
Er erfordert Respekt und Präzision:
Beton, der mit Respekt behandelt wird, hält Jahrzehnte. Andernfalls kommt es zu geringer Festigkeit und Rissen.
3. Sparen bei der Abdichtung
Der wohl heimtückischste Fehler:
Das ist eine falsche Sparsamkeit.
Eine hochwertige Abdichtung ist keine Geldverschwendung.
Sie ist eine Versicherung gegen Schimmel, Undichtigkeiten, Pilzbefall, Gerüche und Bauschäden.
Fliesen kann man immer ersetzen.
Wenn jedoch Feuchtigkeit in den Untergrund gelangt ist, können die Folgen irreversibel und kostspielig sein.
4. Innere Wärmedämmung – eine direkte Gefahr für die Gesundheit
Viele denken:
„Um eine Wand von innen zu dämmen, kleben wir einfach eine normale Dämmplatte auf.“
Das ist einer der gefährlichsten Irrtümer.
Bei diesem Ansatz entsteht Feuchtigkeit zwischen der Wand und der Dämmung.
Und wo Feuchtigkeit ist, gibt es Schimmel, Allergien und Gesundheitsrisiken.
Der einzig richtige Weg ist die Verwendung von kapillaraktiven oder diffusionsoffenen Systemen, die speziell für die Innenisolierung entwickelt wurden.
5. Vergessene Abdichtung von Ziegelwänden
Wenn es um Abdichtung geht, werden in der Regel zwei Möglichkeiten zum Schutz vor Feuchtigkeit genannt:
Allerdings wird dabei häufig die kapillare Feuchtigkeitsaufnahme durch Ziegelwände vergessen.
Genau das ist die Ursache für Feuchtigkeit, Flecken, Geruch und Zerstörung des Mauerwerks.
Hierfür gibt es eine spezielle Technologie – die horizontale Abdichtung von Wänden.
Eine solche Abdichtung kann in einer bereits errichteten Ziegelwand durch Injektionsabdichtung wiederhergestellt werden.
Sie muss unbedingt im Sanierungs- oder Renovierungsprojekt berücksichtigt werden.
